Die Sonnentempler


Phase 1: Die Entstehung der Sonnentempler

Es gibt zwei Angaben zur Entstehung der Sonnentempler, allerdings sind diese Unterschiedlich, bei der ersten heißt es der Orden wurde Mitte der 1950-iger Jahre in Frankreich gegründet. Bei der zweiten heißt es, dass der Templerorden von Joseph Di Mambro 1971 gegründet wurde.

Die Mitglieder trafen sich anfangs zu kulturellen Anlässen, später jedoch wurden die Treffen dazu genutzt um zu besprechen wie man mit einem baldigen Weltuntergang umgeht.

Di Mambro erhielt von seinem Lehrmeister apokalyptische Gedanken und glaubte von dort an, an einen baldigen Weltuntergang.

Damals waren es rund 800 Mitglieder, vor allem aus der französisch sprachigen Schweiz, und aus Frankreich. Später im Jahr 1989 kamen noch mehr Mitglieder dazu, darunter 86 aus Kanada. 53 aus Martinique, 16 aus den USA und 10 aus Spanien.

1982 trat ein belgischer Homäopat dem Orden bei: Luc Jouret.

Dieser entwickelte äußere Werbetätigkeiten, da es eine esoterische Gemeinschaft, zu der nur erwählte Zutritt hatten, und eine äußere Gemeinschaft, in die Interessenten eingebunden wurden, gab.

Es entstand eine Krise, Mitglieder der Basisgemeinschaft wollten den Orden verlassen, da bekannt wurde, welche Mittel Di Mambro und Jouret anwendeten. Außerdem verbrauchten die Leiter das gespendete Geld der Mitglieder selbst verbrauchten. Daraufhin forderten die Mitglieder ihr Geld zurück.

Mambro sprach davon, dass wer überleben will in eine andere Welt gehen muss, eine höhere Welt, und so die irdischen Probleme überwindet. Er sprach außerdem davon, dass ein UFO die Sonnentempler abholen würde.

So entstand 1993 der Plan für einen Massenselbstmord, dieser wurde systematisch vorbereitet und umgesetzt. Die Mitglieder wurden darauf vorbereitet, in dem ihnen der Übergang in eine andere Welt angepriesen wurde. Das Datum hingegen wurde kurzfristig bestimmt.

Die Sonnentempler planten jedoch nicht nur Selbstmorde sondern bestraften Verräter aus den eigenen Reihen, dadurch und durch die schon genannten Selbstmorde starben 53 Mitglieder.

Die verbliebenen Mitglieder glaubten die verstorbenen Sonnentempler wären ihnen vorangegangen und hätten den Weg geebnet. Daraufhin starben im Dezember 1995 weitere 16 Menschen, und fünf weitere im März 1997.


Phase 2: Versektung

Zusammenarbeit der Gründer:

Zwischen 1979 und 1981 treffen sich der Gründer Joseph di Mambro und Luc Jouret, und die beiden übernehmen zusammen die Macht der Sekte.

Luc Jouret sagte über sich selber dass er eine Mischung aus Osiris, Moses und einem Mönch ist, und gleichzeitig gab er sich als Heiler aus.

Als Gegenleistung für eine „Heilung“ verlangte er, dass die Leute die er geheilt hat Mitglied der Sekte wurden.

Joseph di Mambro gab sich als Großmeister magischer Fähigkeiten aus, so inszenierte er während Meditationen „Wunder“, die die anderen ihm abkauften. So gewann er neue Mitglieder für die Sekte.

Die beiden Anführer trieben Handel mit Immobilien, damit sie mehr Geld für die Sekte bekamen.

Die  Mitglieder und ihre Leistung für den Orden:

Der Orden weitete sich aus, insbesondere in Frankreich, der Schweiz und Kanada aber auch in Belgien, Luxemburg und Australien. So betrug die Mitgliederzahl im Jahr 1994, 576 Mitglieder.

Die Mitglieder der Sonnentempler kamen meist aus guten Häusern, waren also größtenteils Ärzte, Techniker, Künstler, o.ä..

Mitglieder mussten pro Woche 200 Franken bezahlen, weshalb meistens nur wohlhabende Mitglieder angeworben wurden.

Wer der Sekte viel Geld gab, stieg immer höher in der Gesellschaft der Sonnentempler. Die Leute, die nicht so wohlhabend waren, mussten für die Gründer arbeiten um höher zu steigen.

Das   Leben der Sonnentempler:

Joseph di Mambro regelte das Sozialleben aller Mitglieder.

Die meisten Mitglieder gingen weiter ihrem normalen Beruf nach, und wohnten mit anderen Sonnentempolern in Wohngemeinschaften; in Villen.

Die Mitglieder mussten 4-5 Andachten und Meditationen machen, was manchmal bis zu 8 Stunden dauerte. Diese Methode läuft auf Gehirnwäsche hinaus.

Der Arbeitstag von den weniger wohlhabenderen Mitgliedern, die für di Mambro arbeiteten, begann um 4 Uhr morgens, wobei ihre gesamte Arbeitskraft hemmungslos ausgenutzt wurde.

Die reichen Leute mussten solange Geld spenden bis sie pleite waren.

Joseph di Mambro trennte Ehepaare und Familien und arrangierte neue Ehen.

Die  Lehre der Sonnentempler:

Die Lehre der Sonnentempler wurde von ihren Anführern weiter ausgebaut; dann war es eine Mischung aus: -Mittelalterlichem Mysterienglauben

-Gralschristentum

-Astrologie

-New Age

-Wiedergeburtsanschauungen

-Naturreligion

Den Mitgliedern wurde erzählt, dass sie in ihrem früherem Leben mal eine historische oder legändere Persönlichkeit war, und dass sie die Schuld von diesem Leben in ihrem jetzigen Leben abtragen müssen.

Aus Angst vor Unreinheit mussten sich die Mitglieder mehrmals am Tag waschen, sich von Strahlen jeglicher Art schützen und auf ihren Nahrungsstatus achten.

Den Mitgliedern wurde gesagt, dass sie sich mit ca. hundert anderen Familien in besonderen Enklaven (Landgütern)verstecken müssten, um den Weltuntergang zu überstehen.

Rituale:

In den  verschieden Häusern in  der Schweiz, in Kanada und in Frankreich gab es  jeweils einen Raum, der  Sanktuarium genannt wurde.

Dort fanden mehrmals  täglich Meditationen statt, und wenn Di Mambro anwesend war, geschahen  darin Wunder, die er mit viel Hokuspokus inszenierte. Bevor jedoch etwas  passierte, mussten alle Mitglieder im Vorraum des Sanktuariums  meditieren. In dieser Zeit schlossen sich Di Mambro und ein oder mehrere  technisch begabte Eingeweihte im Heiligtum ein. Dann durften die Mitglieder ebenfalls eintreten. Entweder  erschien dann das Gesicht irgendeines Meisters oder ein leuchtendes  Schwert, das schwebte und von dem Blut tropfte, oder der Heilige Gral,  der Goldstaub verteilte und ähnliche „Special Effects“.

In Kanada hatte  man nach den Bränden verschiedene Schwerter beschlagnahmt, auf denen  Kreuzritter-Kreuze und die Initialen „TS“ – für „Temple Solaire“ –  eingraviert waren. Ein Schwert war z.B. mit grüner und roter Leuchtfarbe  bemalt, auf einem anderen klebte noch eine Etikette mit der Aufschrift  „Made in Spain“. Di Mambro verwendete im allgemeinen nicht allzuviel  Zeit darauf, seine Tricks zu vertuschen, was offensichtlich auch nicht  nötig war. Thierry Huguenin hat einmal während seiner Zeit in der Sekte  ein Schwert mit montiertem Blitzlicht an der Spitze entdeckt und hat  zwar durchschaut, dass es sich dabei um das Schwert des Heiligen  Mantanus handelte, mit dem Elisabeth Auneau angeblich befruchtet worden  war, und dass das Ganze demnach ein billiger Trick war, aber echte  Zweifel an der Sache kamen deswegen keine auf.

Zahlensymbolik:

Eine besondere Bedeutung haben bei den Sonnentemplern auch verschiedene Zahlen. So     erinnert  die 54 an die 54 Tempelritter, die 1310 auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren. Oder die Zahl 33  – es gibt 33 Älteste im Rosenkreuzer-0rden,  33 Meister der weißen Bruderschaft der Rosenkreuzer in Zürich, und im Jahr 33 starb Jesus am Kreuz. Als besonderes übernatürliches Phänomen entstehen während einer feierlichen Zeremonie aus dem Kreuz der Sonnentempler 33 verschiedene Medaillen.

Phase  3: Eskalation  und offizielle Reaktionen

Ermittlungen gegen Di Mambo und Jouret liefen bereits schon. Gegen Di Mambo wegen Betrugs und gegen Jouret wegen illigalem Waffenhandels.

Die seit langem gelehrte Strategie des Überlebens des Weltuntergangs wurde von Di Mambo und Jouret geändert. Doch sie lehrten weiterhin: „Der Tod existiert nocht, er ist nur eine Illusion.“

1994, 1995 und  1997 kamen sehr viele Sonnentempler ums Leben. Sie starben, teils  betäubt und  erschossen, wie auch vergiftet oder durch eigene Hand. Es  handelte sich  in diesen Fällen um Mord und Tötung auf Verlangen und  Selbsttötung.

Am 5. Oktober 1994 wurden in Friburg in der Schweiz und in Granges-sur-Salvan in Frankreich 53 Tote gefunden. Di Mambo und Jouret wurden ebenfalls dort tot aufgefunden.

In Kanada wurden zur gleichen Zeit fünf tote gefunden

An diesen Orten begannen dann Untersuchungen. Einige Sonnentempler wurden verhaftet und  wieder  freigelassen.

Ein ehemalige Mitglied warnte vor weiteren Massakern bei den Sonnentemplern.

Am 23. Dezember 1995 wurden im Vercors-Massiv 16 verkohlte Leichen gefunden.

Die Leichen waren strnförmig wie die Speichen eines Rades um ein Feuer positioniert.

Zwei weitere Tote fand man in der näheren Umgebung.

Das Todesdatum war der 15. oder 16. Dezember.

Zwei vermisste Polizisten wurden verdächtigt die Sonnentempler umgebracht zu haben.

Allerdings befand sich einer der Polizisten mit seinen zwei Töchtern unter den Toten.

Ein Schweizer Untersuchungsrichter, der seit 1994  ermittelte, sagte: „Nichts, absolut nichts  deutete darauf hin, dass  Sektenmiglieder, die ich verhört hatte, die  Fackel aufnehmen und ein  neues Massaker veranstalten würden.“

In Saint-Casimir wurden zuletzt im März 1997 fünf Tote gefunden. Drei Jugendliche überlebten da sie unter Drogen standen.

Prozesse:

Am 27.04.2001, war ein Prozess gegen Michel Tabachnik einen damals 58 Jährigen. Der Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft für die Mitgliedschaft in der kriminellen Vereinigung, „Die Sonnentempler“.

Mit den geforderten fünf  Jahren liegt  der Staatsanwalt deutlich unter den zehn Jahren, die er maximal hätte  beantragen können.

Er war in der Sekte an dritter Stelle vertreten.

Er ist der Einzige aus der  Sekten-Führung, der vor Gericht steht. Sektenchef  Joseph Di Mambro und sein Prediger Luc Jouret (Höhste Leute der Sekte) starben beim Massen-Suizid der Sekte in der Schweiz.

Er  soll für die Tötungen mitverantwortlich sein.

Vor dem  Strafgericht im  französischen Grenoble sagte der Ankläger, Tabachnik  sei nicht allein verantwortlich für die Massen-Suizide, aber einer der Verantwortlichen gewesen. Dies  rechtfertige eine Bestrafung.

Tabachnik, schweizerisch-französischer Doppelbürger, beteuert seine Unschuld.

Bei den Selbstmordveranstaltungen  der Sonnentempler kamen zwichen 1994 und 1997 in der Schweiz, Kanada und  Frankreich 74 Menschen ums Leben. Der  Orchesterchef Michel Tabachnik bezeichnete seine Mitgliedschaft in der Sekte als wundervolle Erfahrung.

2001 war  der schweizerisch-französiche  Doppelbürger mangels Beweisen freigesprochen  worden.

Ende 1995  wurden in den Bergen   nahe Grenoble,  im Südosten Frankreichs, die  Leichen von 16 Mitgliedern   der  Sonnentempler-Sekte gefunden. Gut zehn  Jahre später wird das   tödliche  Ritual noch einmal untersucht.

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One response to this post.

  1. Auch bei diesem Post zm Thema „Sonnentempler“ gibt es sehr viele biografische Fakten und Informationen.
    Es fehlt die eigene Stellungnahme, die ihr als Kommentar oder als „Ergo“ am Ende eures Posts schreiben könnt. Bitte liefert dies noch nach.
    Ein paar Denkanstöße: Finanzielle Aspekte, Hierarchie, „Glaubensvision“, Selbstmorde.

    Antwort

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